«Es gibt in unserer Familie eine Orientierung nach Süden. Meine Vorfahren mütterlicherseits wanderten von Scuol nach Trieste aus, um Kaffeehäuser zu betreiben. Nach Hause ins Engadin kamen sie, um zu heiraten, ein Mädchen aus Scuol. Dann waren sei wieder weg.»
Peer Seemann erzählt in seinen Liedern und Geschichten, wie Nord und Süd aufeinandertreffen, wie sich Kulturen, Bräuche und Geschichten begegnen und vermischen - und wie aus Missverständnissen Neues, Unerwartetes entstehen kann.
Seine Texte sind mehrsprachig wie die Schweiz seiner Kindheit, aber auch wie die Länder, die er auf seinen Reisen durchstreift. Seit ein paar Jahren ist er oft auf Konzertreisen unterwegs und schnappt dabei Geschichten auf, sei seinen genauen Blick für das Alltägliche, vermeintlich Unspektakuläre offenbaren. Er verbringt Zeit in Südamerika, wo er ein Album mit Bolivianischen Musikern einspielt und in der Provence, wo die französischen Songs der letzten Alben entstanden sind.
Seine Songs und Geschichten sind schnörkellos erzählt und lassen Figuren entstehen, die wir sonst gerne übersehen. Im Gepäck hat er ein wachsendes Arsenal von Liedern und Geschichten. Auch musikalisch finden Peer Seemanns Reise- und Tourefahrungen Eingang in seine Songs - die Einflüsse reichen von Istanbul bis nach Deutschland, von Italien bis nach Schwamendingen. Die Geschichten, die er in seinen Songs erzählt, sind 2026 als Buch erschienen, «Geschichten aus Europa». Ausserdem führt er den Podcast «Geschichten aus Europa» mit Hörer*innen aus 51 Ländern.