Am Anfang war Klassik und Oper: Als Kind stand ich in Kinderrollen auf der Bühne des Zürcher Opernhauses und trällerte Zuhause die Königin der Nacht nach. Später kam der Jazz und ich entdeckte ganz andere und neue Wege für meine Stimme.
Zwischen Vorlesungen in Politikwissenschaft zog ich mit Freunden auf die Strasse, Gitarrenkoffer und Herzen weit geöffnet - per Zug und Anhalter quer durch Europa. Mit dem Trio Oshumaré reisten über unsere Lieder von den Kapverden über die Anden bis an die Strände Brasiliens, und erzählten in einem kleinen Musiktheater von der «Nostalgia», jener Sehnsucht, die man einst die Schweizer Krankheit nannte.
Es folgten Zahlen und Berghütten, BWL und CSR. Die Musik ging immer mit, als Ventil, als Tagebuch, als Ort, an dem das Leben nachklingen darf.
Heute begleiten mich viele Melodien und Sprachen - Lieder aus dem Balkan, Chansons, Klänge aus Lateinamerika, Klezmer. Jede Sprache ist für mich eine Tür, hinter der eine neue Welt wartet. Und meine eigenen Lieder? Sie sind oft nachdenklich, manchmal ein bisschen melancholisch, aber immer mit einem Schimmer Hoffnung, und voller Dankbarkeit für die grossen und kleinen Wunder des Lebens.