Der französisch-algerische Trompeter Shems Bendali, wohnhaft in der Schweiz, entwickelt eine erzählerische und sensible Musik, genährt von Jazz und den musikalischen Traditionen Algeriens. An der Spitze seines Quintetts formt er eine persönliche Sprache, in der sich Erinnerung und Fantasie verbinden und gegenseitig zum Klingen bringen.
Sein neues Album entfaltet sich in einem Science-Fiction-Universum, das zwischen dem Maghreb und dem Nahen Osten angesiedelt ist und von der Ästhetik futuristischer Comics inspiriert wurde. Es entführt die Zuhörer, um das Flüstern der Sandkörner in der Wüste zu hören und eine Brise hoch oben zwischen den Wolkenkratzern zu spüren. Mehr als nur eine Erzählung ist es eine klangliche Legende – ein neuartiger fiktionaler Schauplatz, der als Kulisse für eindrucksvolle Kompositionen dient, mal intim, mal kontemplativ.
Auf dem Album wirken die Sängerin Climène Zarkan und der Oud-Spieler Amine Mraihi bei einem Stück mit arabisch-andalusischen Klangfarben mit, die sich zu einer himmlischen, einzigartigen und kraftvollen Kreation vereinen, verwurzelt in einer jahrtausendealten Tradition.
Durch seine Musik erkundet Shems Bendali eine vielfältige Identität – zwischen dem Westen, in dem er lebt, und dem Maghreb, aus dem er stammt. Wie einst Amin Maalouf weigert er sich, zwischen seinen Zugehörigkeiten zu wählen: Er verwandelt sie in einen Raum der Kreativität, des Hinterfragens und der Schönheit.